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*~*Snow White Suicide*~*

 

Müdigkeit stieg in ihr auf, langsam und unkontrolliert stolperte sie durch den weißen, unberührten Schnee. Nie mehr umkehren müssen, sich nicht mehr umdrehen nach dem, was passiert war. Sie wünschte, sie könnte es. Ihr Körper fühlte sich taub an und ihre bloßen Füße färbten sich von der eisigen Kälte langsam blau. Wieso hatte er ihr das angetan, hatte ihr alles genommen, was sie einst ihr Leben genannt hatte?

Die Tränen des Mädchens leuchteten im silbernen Mondlicht und tropften dann in den Schnee hinab. Die Bäume, die rechts und links von ihr in die Höhe ragten warfen einen düsteren Schatten auf sie und manchmal wurde sogar das trostspendende Mondlicht von ihnen verdeckt. Dann, in diesen Momenten spürte sie die Einsamkeit noch deutlicher. Hatte sie richtig gehandelt? Würde es eine Möglichkeit für sie geben, weiterzumachen und nicht aufzugeben? Immer wieder setzte sie einen Fuß vor den anderen, wollte nicht aufgeben, wollte den Mond erreichen. Mächtig und Hoffnungsvoll stand er am schwarzen Himmel und schien auf sie herab zu blicken.
Vorsichtig wischte sie sich mit den tauben Händen über das Tränennasse Gesicht und wagte es immer noch nicht, sich umzudrehen. Sie wollte nicht zurückblicken in ihre Vergangenheit und wollte um nichts in der Welt noch einmal fühlen was sie hatte spüren müssen. Nicht schon wieder wollte sie erfahren, dass geliebt werden eine Illusion ist und Einsamkeit die Realität.. Ihre ganz persönliche Realität. 
Ihr weißes, dünnes Kleid umhüllte ihren mageren Körper spärlich und schenkte ihr nicht die geringste Wärme. Die äußere Kälte war jedoch kein Vergleich zu dem, was sie in ihrem Inneren spürte. Es war, als wäre alles in ihr zu Eis gefroren, als würden ihre Gefühle nicht mehr existieren. Leere...
Sie schaffte noch einige Schritte, zitternd, ängstlich, verloren. Dann sackte ihr müder Körper im kalten Schnee zusammen und sie blieb dort sitzen, den Kopf gen Himmel gerichtet. „Oh Mond... Was bleibt mir denn noch?" Ihre Stimme war schwach und stockend aber trotzdem kämpfte sie: „Ich bin alleine hier... Es gibt niemanden mehr... Kein Mensch hat meine Schreie gehört und sich für mich interessiert.. Wenigstens du bist noch da und lässt mich jetzt, in diesem Moment nicht alleine!"
Müde faltete sie die Hände in ihrem Schoß und starrte auf das fast getrocknete, dunkelrote Blut auf ihren Handgelenken. Selbstzerstörung.. Warum hatte Niemand die Zeichen gesehen? Konnten sie alle nicht zwischen den Zeilen lesen?
Kraftlos krallten sich ihre Fingernägel in den weißen Stoff und dunkles Blut verteilte sich langsam darauf. Sie fühlte sich zerstört, so als bestünde ihr Körper nur noch aus tausend Scherben die man nicht mehr zu dem zusammen setzen konnte, was sie einst gewesen war.
Auch ihre salzigen Tränen hinterließen winzige Spuren im Schnee und als sie irgendwann zum letzten Mal die Augen schloss dauerte es noch einige Zeit bis sie nicht mehr flossen.. Nie mehr..



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