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Der kalte Wind strich mit einem leisen Rauschen durch ihr dunkles, offenes Haar und kitzelte ihre rosige Haut. Sie jedoch schien davon gar nichts zu spüren, starrte nur auf die rote Rose in ihrer Hand. Es war, als würde das junge Mädchen nichts von seiner Umgebung wahrnehmen, als wäre sie nur körperlich anwesend. Und tatsächlich, ihre Seele befand sich an einem anderen Ort. Langsam kniete sie sich nieder, legte die einzelne Rose ins Gras und starrte auf alles, was sich vor ihr befand. Hier war nun seine Welt.. Eine teuflische Welt an die sie ihn verloren hatte, vor der sie ihn nicht hatte retten können. Blumen, überall im Gras lagen Blumen und doch stach ihre Rose hervor. Die Blüte war so dunkel, dass sie am Rand beinahe schwarz wirkte und sie strahlte etwas aus, das die anderen Blumen nicht in sich hatten. Das Mädchen, das vollkommen stumm im Gras kniete und dessen Gesicht keine einzige Regung zeigte schien seine gesamten Gefühle, seine ganze Liebe in diese Rose gesteckt zu haben und war nun vollkommen leer. Tränen rannen über ihr leeres Gesicht und verfingen sich in den einzelnen Grashalmen, als sie aufs Gras herabtropften.

Nie zuvor war sie so verlassen gewesen und hatte sich so einsam gefühlt wie in diesem Moment. Er hatte diesen Weg gewählt, den Weg in eine Welt in der sie noch nicht bei ihm sein konnte. "Tu's nicht... Warum?? Was ist passiert?" Das waren die einzigen gesprochenen Worte an die sie sich in Verbindung mit diesem Tag erinnern konnte. Dann war da noch die drückende Stille gewesen, die auf ihr genau wie auf ihm gelastet hatte. Langsam, fast unmerklich hatte er den Kopf geschüttelt und immer weiter geschnitten.. Tiefer und tiefer in seine sonst makellose Haut war das kühle Metall eingedrungen.

Auch jetzt sah sie das viele Blut noch vor sich, wenn sie nur für einen Augenblick die Augen schloss. Es war als hätte ihr Geist ein Foto von diesem Bild gemacht um es nun immer bei sich zu tragen und sie ewig daran zu erinnern. Niemals würde sie eine Antwort auf die Frage nach dem "Warum" bekommen. Niemals würde sie genau wissen, was in ihm vorgegangen war aber eine Sache würde sie sich wohl immer wünschen: Es verhindert zu haben.

Als sie sich wieder aufrichtete schien die Sonne auf ihre nackten Oberarme und doch fror das Mädchen. Alles wirkte an diesem Tag kalt und sinnlos, nur die Rose spendete Wärme.

"Ich bin doch da..." sprach sie mit leiser, fester Stimme. "Ich war auch vorher da.. Warum hast du aufgegeben? Erinnerst du dich nicht, dass wir uns alles sagen konnten?

An diesem Tag schien es, als hättest du mich gar nicht gesehen, als hättest du an mir vorbei geschaut. Jetzt gibt es nur noch mich, und ich habe das Gefühl ich ertrinke in dem, was von dir noch übrig ist. Du bist fort und alles wirkt so klein, unwichtig und sinnlos... Warum bin ich noch da? Was bin ich denn noch ohne dich? Weißt du nicht mehr, wie oft wir Probleme überstanden haben? Manchmal waren wir wirklich nur einen kleinen Schritt von der Hölle entfernt und doch haben wir es immer geschafft. Warum also nicht dieses Mal? Verdammt! Was bin ich denn schon ohne dich?" Die Tränen flossen nun schneller und hinterließen feuchte Spuren auf ihren Wangen als sie einen letzten Blick über das Szenario vor sich wandern ließ. Nie mehr wollte sie hierher zurückkehren. Sie wollte einfach abschließen und vergessen.. Vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den anderen, das Bild seines Grabsteines immer noch vor Augen.




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