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Sie spürte seine Hand kaum, die sich um ihre langen, schlanken Finger schloss und diese in sich barg. Schützen wollte er sie, das war ihr klar aber wie sollte dies gelingen, wenn sie nicht fühlen konnte? Die Regentropfen perlten auf dem glatten Stoff ihres Ballkleides ab und liefen in unregelmäßigen, glänzenden Flüssen an ihrer Haut herab. "Ich habe noch nie einen Menschen wie dich getroffen" sagte er und starrte dabei weiterhin vom Balkon herab auf die Berglandschaft, die sich am Horizont erstreckte. Vorsichtig, fast schüchtern sah sie ihn von der Seite an und spührte erneut dieses Fernweh, alles, was sie noch fühlen konnte. Sie wusste, dass sie jetzt nicht hier sein sollte, nicht an diesem Ort und nicht bei diesem Menschen der ihr so fremd war. Vor ihren Augen lief immer und immer wieder der selbe Film ab, so als hätte jemand ihn in die Endlosschleife gesetzt.

"Wenn du jetzt gehst... dann gehst du für immer.. Ich kann nicht ewig warten bis du in der Lage bist dich für mich zu öffnen!" Warum konnte sie diesen Sattz nicht einfach aussprechen? In ihrem Kopf klang doch alles so einfach... Er drückte sie an sich, so dass sie ein Letztes Mal seinen Duft einatmen durfte und dann verschwand er. Nichts hatte sie gesagt... Wieder einmal hatte sie ihm nicht sagen können, was in ihr vorging. Warum verzauberte er sie jedes Mal so, dass sie die Fähigkeit verlor, rational zu denken? Wieso war er dazu in der Lage?

Sein hübsches Gesicht schien sich in ihre Augen zu brennen und der Schmerz in ihrem Herzen war das Letzte, was sie fühlte bevor sie zu einer leeren, funktionierenden Hülle zu werden schien. Keinen seiner Anrufe hatte sie nach diesem Abschied beantworten können.. Wie lange hätte sie noch warten sollen? Hoffen? Bangen? Sie fühlte für ihn, das war ihr klar, aber er war so undurchschaubar, dass sie ihm diese Gefühle niemals hätte zeigen können ohne die Gewissheit, dass es ihm zumindest ähnlich ging. Also ließ sie ihn erneut gehen... Wieder einmal... ungewiss....

Der junge Mann neben ihr war nicht der, den sie gerne neben sich gehabt hätte, war nicht der, der sie eigentlich hätte zu diesem Ball begleiten sollen. Immer noch fühlte sie Nichts.. Seine Lippen an ihrem Hals waren nicht mehr als ein Windhauch und seine Hände auf ihren Hüften schienen nicht zu existieren. "Du bist mir ein Rätsel" sagte er, ohne sie anzusehen. Plötzlich, ohne es geplant zu haben wandt sie sich aus seinem Griff und ließ ihn allein, auf dem großen Balkon stehen. Ziellos irrte sie zwischen den tanzenden Pärchen umher und fand schließlich eine Tür die nach draußen führte.. Dort blieb sie im kalten Gras sitzen und beobachtete, wie der Mond nach und nach alle Farben der Natur auslöschte. Sie fühlte sich farbenblind... emotionslos und verlassen..

"Da bist du ja" Beim Klang seiner Stimme bildete sich Gänsehaut auf ihren nackten Schultern, ihren Unterarmen und in ihrem Nacken. Sein Gesicht lag im Schatten und dennoch wusste sie ohne Nachzudenken, dass er es war. "Was machst du hier?" Als er einen Schritt auf sie zuging, ihre Hände ergriff um ihr aufzuhelfen und sie dann an sich drückte kehrte alles zu ihr zurück.. Sie spürte ihn, fühlte seinen Atem in ihrem Nacken und seine Haare, die ihre Stirn kitzelten. Endlich konnten die Tränen, die seit Tagen an die Oberfläche wollten aus ihr heraus. Sie vermischten sich mit den Regentropfen und fanden gemeinsam ihrem Weg zum Boden. "Ich mag dich verdammt gerne..." sagte er.. Nichts weiter... Keine Erklärung und keine Fragen... Dennoch genügte es um sie wieder fühlen zu lassen... Es hätte fast schon genügt, ihn wieder bei sich zu haben... Er ließ sie wieder Farben sehen.... Leben...




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