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Die Äste der Bäume bewegten sich im leichten Abendwind und vereinzelte Sonnenstrahlen fielen zwischen ihren Blättern hindurch auf Svens Gesicht.

Dort gaben sie seinen Augen ein erwartungsvolles, sogar ein bisschen neugieriges Funkeln. Es war immer noch kalt und nur in den wenigen Sekunden, in denen die Sonne zwischen den Wolken auftauchte fühlte sie sich nicht nur innerlich warm. Seine Finger waren fest um ihre Hand geschlossen, die so kalt war, dass sich die Knöchel bereits weiß färbten. "Warum sagst du nichts??" wollte er wissen und jagte ihr nur durch den Klang seiner Stimme eine Gänsehaut über den Rücken. "Ich genieße den Moment.." war ihre Antwort, die sie mit einem vagen Lächeln in seine Richtung unterstrich. Ihre Blicke senkten sich dann bald wieder und sie musterte seine schlanke Hand in ihrem Schoß. Ihr Atem formte dünne, weiße Wolken vor ihrem Gesicht und als Sven ihren Kopf vorsichtig an seine Schulter zog vermischten sich ihre Wolken mit den Seinen. Sie schienen beide nur für diesen Moment zu leben, alles um sie herum war unwichtig abgesehen von der Natur, die das Verliebtsein mit vielen, fast unsichtbaren Kleinigkeiten unterlegte. "Wie lange noch?" fragte sie ihn irgendwann und er warf widerwillig einen Blick auf die Armbanduhr, die unter seinen schwarzen Mantel vor der Kälte geschützt war. "Nicht mehr lange.. wir müssen langsam zurück!" Er beugte sich vor, ein Lächeln huschte über seine Lippen und für den Bruchteil einer Sekunde wurden seine weißen, geraden Zähne sichtbar bevor er sie küsste. Sie legte ihre Hände um seinen Nacken und plötzlich brachen die Wolken auf.. Vereinzelte, winzig kleine Regentropfen bahnten sich ihren Weg nach unten zur Erde. Silbrige Tropfen hingen in seinem schwarzen Haar, dass er sich immer wieder aus dem Gesicht strich während seine Zunge langsam ihre Lippen öffnete. "Ich hatte einen wunderschönen Tag mit dir.." bedankte sie sich, als er den Kuss gelöst hatt und da nickte er: "Ich auch! Es tut mir leid, dass ich dich heute schon wieder verlassen muss... Nach der Tour habe ich bestimmt mehr Zeit für dich!" "Nach der Tour..." nickte sie traurig, wohl wissend, dass sie dann nicht mehr hier sein würde um auf ihn zu warten. Salzige Tränen vermischten sich mit den Regentropfen auf ihren Wangen und vergeblich setzte sie an, ihm endlich die Wahrheit zu sagen. Stattdessen richtete sie ihre Blicke gen Himmel und beobachtete die Wolken, die langsam den Himmel entlangzogen. "Wollen wir?" fragte er und musterte sie besorgt von der Seite, besorgt wegen ihrem Gesichtsausdruck, der so viel Trauer widerspiegelte. "Warte..." kurz hob sie die Hand und deutete damit an, dass er noch einen kurzen Moment neben ihr sitzen bleiben sollte.. Innerlich verabschiedete sie sich bereits von ihm, dem Jungen den sie nun schon so lange so sehr liebte. "Sven?" fragte sie und sofort drehte er sich zu ihr: "Was ist?" "Du bist wie mein Regen.. Wie der Regen der die Schmerzen und die Wahrheit wegschwemmt.. Du bist wie der Regen für mich, der Regen der meine unsterbliche Welt umarmen kann." Als sie bemerkte, dass ihm nun auch die Tränen in die Augen stiegen hielt sie inne und auf seine Frage, ob irgendetwas nicht in Ordnung sei gab sie ihm einen kurzen Kuss. Da nickte er, löste die Bremsen von ihrem Rollstuhl und machte sich daran, sie zurück ins Krankenhaus zu schieben.. Der Platz den sie nun verlassen hatten, die Bank auf der er gesessen hatte und die Natur waren unverändert.. Unverändert und doch trostloser denn ein Teil fehlte nun: Die ehrliche Liebe die sie füreinander fühlten...

Sie war tatsächlich nicht mehr da, als er von seiner Tour zurückkehrte, denn sie hatte nicht warten können. Zwar hatte sie sich nicht persönlich von ihm verabschieden können aber auf ihre Art hatte sie es bereits an diesem Tag getan. Ein Teil von ihr würde ihm für immer bleiben: Die Erinnerung an die Dinge, die sie ihm gesagt hatte und ein Song, den er wenige Tage später geschrieben hatte... Be my Rain...




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